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#1 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 15.11.2011
Beiträge: 4
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Hi,
mein Name ist Christoph und ich studiere Produktdesign. Als Projekt mache ich gerade ein Fernglas fürs Klettern. Ich habe mich nun hier angemeldet in der Hoffnung hier auf ein wenig Tips, Kritik und Vorschläge zu stoßen. Folgende Vorstellung habe ich bisher: Wie es mir scheint braucht man beim Klettern ein Fernglas am ehesten wenn man am Felsfuß steht und aus der Ferne nach Kletterstrukturen, Routen, Rosthaken etc. schauen möchte. Deshalb müsste das Wichtigste bei dem Fernglas ein hoher Vergrößerungsfaktor, eine gut auflösende Optik, und ein räumliches/ plastisches Bild sein. Liege ich hiermit richtig? Aus diesen Anforderungen ergibt sich ein Fernglas mit einer gewissen Größe in Kombination mit erhöhtem Gewicht. Würdet ihr als Kletterer diese beiden Faktoren für eine gute Sicht in Kauf nehmen? Bevor ich jetzt mehr schreibe wäre es cool, wenn ihr mir mal diese beiden Punkte beantworten könntet. Weiterhin hätte ich jedoch noch folgende Fragen: 1) Wie plant ihr eure Routen? Schaut ihr euch erst vor Ort die Wand an und überlegt wie ihr da hoch kommt oder checkt ihr das bereits vorher im Internet ab? Wie machen Hobby-Kletterer das und wie die Profis? 2) Wie würde euer Wunsch-Fernglas fürs Klettern aussehen? Ihr hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen Grüße Christoph |
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#2 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 07.02.2008
Ort: Kölle
Beiträge: 136
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tach,
also ich hab jetzt schon x mal ein mini-fernglas mitgenommen, um mir bei längeren routen den verlauf vorher auszuspähen. das problem war meistens, das vergrößerte bild in die gesamtwand einzufügen (ist der vorsprung da rechts jetzt der, den ich auch bei unvergrößerter, normaler ansicht erkennen kann?). bislang hab ich die routen aber meist auch ohne fernglas gefunden. daher schlepp ich's jetzt nicht mehr mit. erhöhtes gewicht finden die wenigsten cool, weil man bei langen routen (wenn ein fernglas nützlich wäre) eh schon genug zu schleppen hat. ob dir das hilft? mein vorschlag: entwickle doch mal ein chalkbag, das nicht nach einer saison kaputt geht. gruß |
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#3 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.07.2009
Ort: im schwäbischen
Beiträge: 583
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hi,
du wirst bei befragungen kaum einen gemeinsamen nenner finden. für alpinisten und sportkletterer wird gewicht weniger eine rolle spielen, weil sie das glas nicht mit auf/in die tour nehmen. vielmehr werden sie vorher den berg oder die wand anguggen. alpine tourengeher oder auch bergwanderer haben eher bedarf an einem leichtgewichtsglas mit geringem packvolumen. wobei da der spagat darin besteht, dass auflösungsanforderungen und vergrösserungsbedarf auch noch stossfest verpackt sein wollen - und das mit höchstens 100g (und die sind noch zuviel *g*). und dann schreit der eine noch "sehfeld" und der andere "preis" und schon bist du kaum noch entscheidungsfähig. und dann hat der markt auch noch ein paar schöne kinder: silva echo 8x25 nicon sporterex -serie und in der preisklasse über 400,- wirds dann ohnehin schwierig sich durchzusetzen. da hats richtig gute produkte. viel erfolg. gruss malmo
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in dubio pro secco |
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#4 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 15.11.2011
Beiträge: 4
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Hi, danke schonmal fuer eure Antworten.
Malmophil. Du trennst klar zwischen Alpinisten, Sportkletterern bzw tourengeher,bergwanderer. Ich wollte eig sowieso ein Fernglas fuer Kletterer machen, nicht fuer bergwanderer etc. Aber ich hab das noch nicht so ganz verstanden. Meintest du die schauen sich vom Fuss des Berges aus die Wand an und lassen das Fernglas dann unten? Wie genau soll ich mir das vorstellen? Trifft man hier dann auf das von Gorill beschriebene Problem, dass man in der Gesamtansicht nicht weiss welches Detail man sich da eben genauer angeschaut hat? Dieses Problem liesse sich mit ner digitalen fixier bzw merkfunktion relativ leicht loesen... Um jetzt aber noch auf deine genannten fernglaeser einzugehen. Das silva 8x25 mag ja klein und kompakt sein, aber reicht euch eine vergroesserungsfaktor 8 wirklich um routen, details in der bergwand zu sehen? Bei der nikon sport ex serie gibts ja durchaus fernglaeser mit hoeherem vergroesserungsfaktor. tritt bei denen nicht das problem des verwackelns auf, also das man ein instabiles bild hat? Wie viel Wert legt ihr eig auf die groesse des Austrittslinsendurchmessers? Ist euch mal aufgefallen dass ihr einen Wert unter 5mm als unangenehm empfindet? Oder ist euch das nicht so wichtig? Gruesse |
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#5 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.07.2009
Ort: im schwäbischen
Beiträge: 583
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hi chris,
wer eine gebietsdurchquerung macht, wird das mehrgewicht/volumen mit gewinn in kauf nehmen, weil er unterwegs die beschaffenheit z.b. eines gletscherbruches oder eines verwechteten grates anschauen kann - und so seine route unter sicherheitsaspekten den verhältnissen anpasst. wer eine wand durchklettert, wird sich die wand entweder von unten oder auf einem punkt gegenüber anschauen. natürlich mit der gleichen motivation: beschaffenheit des randkluft, verhältnisse in z.b. einem wasserfallkamin usw. aber der grosse unterschied ist: gar nie nicht nimmt der dann das glas auch mit in die wand, weil er dort schlicht nichts sehen kann das im weiterhilft. wer also sein glas mit im rucksack hat, wird ein dachkantprismenglas 8x25 bis 35 einpacken. für den spanner am wandfuss kanns dann ruhig ne optische bombe sein - sie wird ja nicht spazierengetragen. und damit bin ich beim vergrösserungsfaktor. für eine analyse einer höheren sportkletterroute darfs auch mehr denn 8fach sein. und sicher ist die digitale merkfunktion ne gute idee. um was es aber real geht möchte ich an 2 beispielen verdeutlichen. 1. steige ich in eine bekannte tour (schwierigkeitsgrad und art der probleme) ein, dann reicht 8fach, weil ich nur die verrhältnisse anguggen will. plane ich aber eine neutour, dann reicht 8fach auch, weil nur ein erfahrener alpinist eine neutour in eine wand legt. und diese erfahrung lässt strukturen erkennen - und bestimmte strukturen lassen aussagen über die zu erwartende schwierigkeit zu. und diese strukturen erkenne ich mit 8fach ausreichend. ganz klar, habe ich mehr vergrösserung erkenne ich es deutlicher. wer sich aber "hinreichend" ausrüstet nimmt halt 8fach. in vielen harten sportkletterrouten haben die schlüsselzüge eigene namen und sind x-fach fotografiert. wer da reintelt macht das nicht um danach schlauer zu sein. 2. expeditionsbergsteigen steckt ein mehr von 2000ml volumen/gewicht locker weg. und dort ist es auch notwendig. paradebeispiel ist der nordgrat am everest. dort sind grosse entfernungen zu beurteilen. dementsprechend muss das glas sein. du hast natürlich recht, über allem schwebt das problem des verwackelns. noch ein argument für 8fach. gehe ich recht, dass du mit "austrittslinsendurchmesser" auf die licht- bzw. helligkeitsproblematik hinaus willst? wenn ja, dann ist das nach meiner privatmeinung eher sekundär. restlichtleister sind eher bei rettungsdiensten zuhause. gruss malmo
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in dubio pro secco |
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#6 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 15.11.2011
Beiträge: 4
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Hey Malmo, vielen dank für deine sehr ausführliche Antwort!
Ich hab das Ganze jetzt wie folgt verstanden: Es gibt grob gesagt a) die Expeditionsbergsteiger, die das Fernglas im Rucksack mitschleppen und daher ein möglichst leichtes, kompaktes Glas vorziehen b)die Sportkletterer, für die zwar ein Glas mit einer tollen Optik ( hoher Vergrößerungsfaktor etc) welches dadurch nicht so leicht/ kompakt wäre , zwar nicht so hinderlich wäre, da sie es eh unten lassen, jedoch ein solches gar nicht wirklich benötigen. Insofern macht es wohl am meisten Sinn beide auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Mein Konzept würde daher folgendermaßen aussehen: kompakt/ klein/ leicht --> 8 X 25/ 30 digitale fixierfunktion damit man im gesamtbild weiß wo die stelle ist in die man eben reingezoomt hat bildstabilisator gegens verwackeln was hälst du außerdem von der idee, eine elektronik einzubauen, die mithilfe von schallwellen die plastizität der wand errechnet? Grüße und danke nochmal Chris PS: Mit dem Austrittslinsendurchmesser hatte ich gemeint dass man bei schlechteren Lichtverhältnissen bei zu kleinem Durchmesser nur noch schlecht sieht, deshalb wollte ich nen größeren? Is das bei so Expeditionen nicht nötig? |
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#7 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 22.02.2008
Ort: Südlicher Frankenjura
Beiträge: 156
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Wenn du für immer reich und sexy werden willst, musst du ein Seil entwickeln, dass sich beim Abziehen nicht verhedert oder hängen bleibt. Das kaufen dir viele zu horenden Preise ab. Kletterer mit Fernglas seh ich selten.
Oder ein Headsetfunkgerät, mit dem Kletterer und Sicherer miteinander reden können wenn es in Mehrseillängen mal windig wird, schlägt meine Freundin gerade vor. Sie schlägt auch automatisches Zensiergerät vor, das meine Flüche beim Klettern automatisch wegpiepst. |
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#9 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 15.11.2011
Beiträge: 4
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@ tschumb: danke für deine vorschläge. ich werd mir das mit dem seil und dem headset mal merken, aber momentan hilfts mir leider nicht viel. wir haben als semesterprojekt die aufgabe ein fernglas zu machen und ich hab mir halt ausgesucht eins fürs klettern zu machen ,)
@malmo: doch, das war ernst gemeint |
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