Monatsarchiv für November 2014

Kletterreise im August 2014 – Zwei Wochen Bella Italia

Geschrieben von seilknoten am 24. November 2014 | Abgelegt unter Allgemein, Alpin klettern, Kletterszene

Wie in den letzten Jahren auch, ging unser Sommerurlaub 2014 wieder nach Arco in Italien.
Leider fiel der geplante Zwischenstopp zum klettern in Österreich wegen Dauerregen wortwörtlich ins Wasser, was der Vorfreude auf die geliebte Stadt in Italien aber keinen Abbruch tat.

Nach Ankunft mit dem Wohnmobil auf dem gewohnten Campingplatz in Bella Italia und erster grober Lageplanung wurden gleich die Klettersachen ausgepackt und die erste Klettertour noch am Ankunftstag unternommen.
Klettern sollte, neben ausgedehnten Shoppingtouren durch die vielen ortsansässigen Klettergeschäfte und den vielen Besuchen in der Eisdiele, auch die Hauptbeschäftigung in den kommenden zwei Wochen sein.
Während uns von zuhause Hiobsbotschaften über Stürme, Regen und heftigen Gewittern zuflatterten, freuten wir uns über vergleichsweise warme 25-30 Grad und, für einen regenreichen Sommer, viel Sonne. Selbst als unsere Freunde den Campingplatz aus Angst vor schlechtem Wetter verließen, kämpften wir noch gegen drohenden Sonnenbrand an. Schließlich ist man an den meisten Felsen im Parete di San Paolo oft in der Morgen-/ Mittagssonne unterwegs.

Fast täglich wurden unsere Drahtesel gesattelt und Touren zu den nahe liegenden Felsen am Monte Colt im Sektor Parete di San Paolo unternommen, um dort zu klettern. Bei all den zum Teil wirklich wunderschönen und meist gut abgesicherten Mehrseillängentouren, die man hier zur Auswahl hat, kann es durchaus trotzdem mal passieren, dass man in eine “kurze leichte Route” (Route “Isis”) einsteigt und ausversehen nebenan in eine gar nicht mehr so kurze und leichte Route (Route “Pantarei”) rutscht. Irgendwo sind wir wohl falsch abgebogen. Wir mussten zwar kämpfen und kamen uns dem Kletterer, der diese Route Free Solo durchstieg (seine Worte zu uns: “Ich mache das hier so klettersteigmäßig und klicke mich mal kurz irgendwo in einen Bohrhaken ein, wenn ich eine Pause brauche”) etwas unterlegen vor, doch irgendwann kamen auch wir leicht erschöpft aber zufrieden oben an. Trotz ihrer Schwierigkeit war die Pantarei eine schöne Tour.

Auch sonst gab es viele erwähnenswerte Routen in denen sowohl für Draußen-Anfänger, Fortgeschrittene und für Genusskletterer immer etwas dabei war. Die für uns besonders schöne Routen waren diesmal: La Cengia Rossa (7 SL, Grad 5b, schöne, relativ einfache Tour, super abgesichert, ideal für Vorstiegsanfänger mit etwas Draußen-Erfahrung), Caldo Inverno (7 SL, Grad 5b, ähnlich wie La Cengia Rossa), Selene (8 SL, Grad 6, schöne Tour, etwas anspruchsvoller im Überhang), Aganippe (5 SL, Grad: 6, schöne, einfache Tour aber sehr bröselig am Ausstieg. Achtung Steinschlaggefahr für Nachsteiger und folgende Seilschaften).

Und selbst wenn man mal einen kletterfreien Tag hatte, so blieb der Kontakt zum Fels meist nicht ganz aus. Der Klettersteig gegenüber des Campingplatzes lockte uns an diesen Tagen besonders, sodass selbst Tim (3 Jahre) nicht widerstehen konnte. In mehr als zwei Stunden begutachtete er dort jeden Stein, jedes Loch und jede Blume und befand den Steig für anstrengend aber gut.

In diesem Jahr schafften wir es nur einmal mit den Fahrrädern nach Riva del Garda zu radeln um dort das beste Eiscafé der Welt zu besuchen und am Ufer des Gardasees ein paar faule Minuten zu verbringen.
Während Claudia und Eric nur mutig genug waren, einen Fuß in das kalte Wasser zu strecken und dann doch einen Spaziergang über die Liegewiesen vorzogen, war Ronja (9 Jahre) die Härteste von allen: Sie trug Tim durch das ziemlich kalte Wasser bis zum Steg und wieder zurück, damit der Kleine nicht so nass wurde.

Die zwei Wochen in Italien gingen mal wieder viel zu schnell vorbei. Um auf dem Rückweg das Urlaubsgefühl noch etwas länger zu erhalten, machten wir in Österreich einen kleinen Zwischenstopp, um mit der Almkopfbahn auf den Almkopf zu fahren und von dort mit geliehenen Roller auf einem schönen Wanderweg wieder nach Berwang zurück zu rollern. Das machte sowohl den Großen wie auch den Kleinen in der Familie viel Spaß. Einen zweiten Stopp mit Übernachtung legten wir im Blautal ein. Nach einer ruhigen Nacht versuchten wir uns dort ein ein paar wenigen Kletterrouten, bevor der Urlaub wirklich für Beendet erklärt wurde und es zurück nach Hause ging.

Weitere Reiseberichte und Infos rund um die Themen Klettern und Reisen gibt es auch immer auf unserer Webseite: www.auf-Achse-sein.de

Processing your request, Please wait....
| Keine Kommentare »