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Frühling in Südspanien

von svenizzle, Kategorie Bouldern, Sportklettern am 7. Juli 2012

Als wir aus dem Flieger in Granada ausstiegen, beschlich mich schon dieses mulmige Gefühl. Als leidenschaftlicher Pessimist waren mir der Großteil der Wetterberichte nicht entgangen, die da einstimmig prophezeiten: für die kommenden Tage durchwachsenes Wetter und Regen! Und als wäre das nicht schon genug Grund zur Beunruhigung, erzählte unser local vor Ort, dass es, wenn (!) es denn mal in Granada regnet, meist während der Osterwoche („Semana Santa“) passiert. Das wäre dann aber auch schon das Jahreshighlight im sonst eher hochsommerlichen Südspanien.

Ich denke, es ist überflüssig zu erwähnen, zu welcher Zeit wir unseren 9-tägigen Kletterurlaub in Südspanien verbracht haben. Selbstverständlich ließen wir uns nicht vom Wetter die Laune verderben (vorerst). Direkt bei Granada fand sich ein tolles Sportklettergebiet in einer engen Schlucht (Los Cahorros de Monachil), links und rechts von einem kleinen Fluss befinden sich bis zu 35m hohe Wände. Besonders zu empfehlen ist das Klettergebiet, wenn man ohne Auto unterwegs ist. Vom Stadtzentrum in Granada einfach mit dem Linienbus in das kleine Dorf Monachil (etwa 5km), danach sind es noch ca. 20 Minuten Aufstieg zur Schlucht.

Sogar eine Quelle gibt‘s dort! Also Wasser mitschleppen braucht man nicht. Zu beachten ist nur, dass man auch wirklich aus der Quelle (unterhalb der Hängebrücke) schöpfen sollte, auch wenn der Bergbach einen sauberen Eindruck macht…Ich war so naiv aus selbigem zu trinken. Die Belohnung kam am nächsten Tag…und begleitete mich den restlichen Urlaub.

Das war dann auch der Tag, an dem wir alle (bis auf mich) gutgelaunt und voller Vorfreude auf besseres Wetter (in Cahorros hat es abends dann leicht mit nieseln angefangen, immerhin nachdem wir mit Klettern fertig waren) das Leihauto packten und zum Bouldern Richtung Tarifa ganz im Süden düsten. Das Auto war bis unters Dach vollgestopft, mit 5 Kerlen, Bier, Crashpad und Klettersachen; die Vorfreude war groß angesichts dieser Aussichten: ein traumhafter Boulderspot, rauer Sandstein, Übernachten am nahegelegenen Strand oder direkt unter den Blöcken.

Um es kurz zu machen: Wir waren nur 2 Tage da (danach flüchteten wir in Hoffnung auf besseres Wetter Richtung El Chorro). Am 2. Abend haben wir uns ein apartamentos in dem kleinen Küstenort Bolonia geleistet um der Kälte und dem Regen aus erster Nacht unter freiem Himmel zu entgehen (was auch eine gute Idee war angesichts des nächtlichen Platzregens am 2. Abend und der allgemeinen Stimmung). Tagsüber konnten wir sogar ein bisschen bouldern gehen, trotz gelegentlicher Schauer war der Fels recht trocken und super griffig. Zu tun gibt‘s jede Menge in Tarifa, bzw. genauer um Betis und Bolonia (ca. 11km von Tarifa). Viele Boulderblöcke sind etwas versteckt aber wer sucht, der findet…

Blick auf die Felsen um Betis. Foto: Privatarchiv

Alles in allem, ein sehr lohendes Gebiet, wunderbare Landschaft, traumhafter Fels, tolle Leute! Nur nicht das Pech haben, die eine Woche Regen im Jahr zu erwischen ;) …und dazu unbeherzt aus einem Bach zu trinken, dann kann man auch das spanische Essen genießen (oder überhaupt Nahrungsaufnahme jedweder Art).

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