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Bouldern in Indien? Oh ja, in Hampi geht`s!!!

von SarahIndien, Kategorie Bouldern am 9. Februar 2016

Ein paar Zeilen von einer Boulderin Anfängerin und Indien Kennerin

Hampi Boulderparadies

Hampi in Kanataka, Indien, nur 10 Busstunden von Bangalore entfernt, gilt als eines der größten und besten Bouldergebiete der Welt. Und das ist kein Wunder: In Hampi liegen die Felsbrocken, wie Sand am Meer: Boulder (Felsen) soweit das Auge reicht!

Jährlich kommen die besten Kletterer aus der ganzen Welt, um hier für zwei bis drei Monate in der Saison zu klettern. Saison bedeutet in Hampi November bis März. Die Sommermonate sind in Hampi oft zu heiß zum Klettern oder vom Monsun gekennzeichnet. Und selbst in den Wintermonaten müssen die Boulderer diszipliniert sein: frühes Aufstehen ist ein Pflicht, denn schon nach 10 Uhr ist es fast zu warm um an die Felsen zu gehen. Erst in den kühleren Abendstunden geht es dann wieder auf die Plateaus.

Durch Reisfelder zu den Bouldern

In der Zwischenzeit laden kleine Cafés und Restaurants zum Verweilen, Speisen und Austausch mit anderen Kletterern ein.

Hampi ist in erster Linie nicht wegen seiner Boulder, sondern wegen seiner Historie berühmt! Viele Indienreisende haben Hampi wegen seiner bemerkenswerten Tempel auf dem Programm! Immerhin ist die Region, die früher ein riesiges Königreich war, UNESCO Weltkulturerbe.

Historisches Hampi

Als mich meine Reisen vor sechs Jahren das erste Mal nach Hampi führten, war mir völlig unbekannt, dass dies als Kletterparadies galt und ich besuchte ausschließlich seine Tempel und Paläste.

Natürlich fiel mir schon damals die Vielzahl an Felsen auf, die diesen Ort zu etwas besonderem machen: Grüne Palmen und Bananenpflanzen, Tempel und zwischen ihnen nichts als Felsen, Felsen, Felsen! Für mich ist Hampi einer der schönsten Orte der Welt!

TV Boulder

Während meiner anschließenden Bergsteigerausbildung im indischen Himalaya, bei der ich auch mit dem Bouldern vertraut gemacht wurde und diesen Sport lieben lernte, hörte ich immer öfter von Hampi.

Natürlich erschien mir der Zusammenhang völlig logisch, erinnerte ich mich doch an die Millionen von Felsen in Hampi!

Schon bald darauf brach ich mit Freunden Richtung Süden auf, um Hampi als Boulderin kennen zulernen!

Ich beim Bouldern

Mittlerweile versuche ich jedes Jahr für wenigstens ein paar Tage den beschaulichen Ort zu besuchen. Hampi ist winzig und aufgrund des Welterbe-Status darf hier auch nicht viel gebaut werden. Nur in den Wintermonaten wächst plötzlich ein kleines Touristendorf auf der anderen Seite des Flusses heran mit günstigen Gasthäusern, Restaurants und kleinen Lädchen. Mittlerweile gibt es hier sogar zwei Kletterläden die Ausrüstung verleihen und Kletterausflüge organisieren.

Kommt man in der Saison, trifft man auf die besten Kletterer weltweit und hat auch oft die Gelegenheit mit ihnen zusammen zu klettern, sie zu beobachten und sich Griffe und Züge abzuschauen. Die unzähligen Routen sind geeignet für jedes Level!

Es ist schon faszinierend, wenn man zusammen mit Sportlern aus Spanien, England, Japan und Frankreich zusammen an einem Problem tüftelt, sich gegenseitig motiviert und sich füreinander freut! Ein wahres miteinander! Die Kletter-Neulinge (wie ich) lernen von den alten Hasen und diese wiederum geben gern ihr Wissen weiter!

Begeisterte Boulderer sollten in jedem Fall versuchen wenigsten einmal nach Hampi zu kommen. Doch ich bin mir sicher, das diejenigen, die einmal das Hampi Fieber gepackt hat, immer wieder kommen werden! Das liegt nicht nur an den Bouldern selbst, sondern viel mehr an der entspannten Atmosphäre, der netten Gemeinschaft und Indien selbst! Die Boulder selbst können einen eher schon auch einmal zum Verzweifeln bringen! Die sind Felsen zum Teil so scharf, dass man sich in den ersten Tagen eine dicke Hornhaut wachsen lassen muss und wunde Stellen müssen nicht selten mit Tape abgebunden werden. Nicht selten sagen die Boulderer hier, dass sie aufgrund der schmerzenden Hände und nicht der Muskeln, eine Pause brauchen! Doch wer die Schmerzgrenze einmal überwunden hat, wird in Hampi viele magische Klettererfoge genießen, ob Kletterneuling oder Profi!

Hier noch ein paar Tipps:

Anreise:

Über Bangalore oder Goa mit einem Übernacht-Bus

Über Mumbai/Goa oder Bangalore mit dem Übernacht-Zug nach Hospet und von dort weiter mit der Autorikschah oder Bus (14 km)

Unterkunft:

Hampi Island (auf der anderen Seite vom Fluss), bietet zahlreiche günstige Backpacker Unterkünfte in unterschiedlichen Preislagen. Beliebt unter Kletterern ist Goan Korner, hier kann man auch gemeinschaftlich auf dem Dach schlafen. Ansonsten campen auch viele Camper neben dem Rischimouk Cafe am Rishimouk Plaeteu

mit der Fähre kommt man nach Hampi Island

Verpflegung:

Es gibt viele günstige und gute Restaurants. Als Alleinreisender wählt man am besten den Thali, ein Kombigericht mit verschiedenen indischen Saucen, Gemüse und Reis. Wer indisch nicht so mag, findet hier auch Pasta, Burger und Co.

Eine typische indische Mahlzeit

Viele Obststände bieten frisches Obst an und schneiden es auch auf. Vorsicht mit den Weintrauben, von allem Obst das nicht geschält werden kann, lässt man liebe die Hände!

Kletterausrüstung:

Es gibt zwei Shops die Kletterschuhe (oft mit Löchern), Chrashpads und Kletterbücher verleihen. Magnesia und Tape kann auch gekauft werden:

Tom and Jerry climbing Shop oder Thimmaclimb nahe der Bootsfähre, beide auf Hampi Island

Kletterbuch:

Geoguest Golden Boulders in Englisch und Deutsch erhältlich von Gerald Krug und Christiane Hupe, 29,90 € über den Geoquest Shop

Tipps für Unternehmungen, falls man einmal Pause vom Klettern braucht:

-          Moped oder Fahrrad ausmieten um zum See zu fahren oder sich die Tempel anzuschauen

-          An den angebotenen Yoga Stunden teilnehmen (morgens und Abends)

Yoga in Hampi

-          Anagundi (dem nächst größeren Ort) einen Besuch abstatten

-          Zu einen der vielen Sunset-Points gehen um den tollen Sonnenuntergang zu bestaunen.

Sonnenuntergang in Hampi

Der beste ist nahe des Rishimouk Felsen und ist mit einer Roten Fahne markiert. Vorsicht walten lassen, denn der Weg ist nicht ganz ersichtlich und recht abenteuerlich. Am besten mit Kennern gehen.

 

Mehr Infos zu Indien und Abenteuersport findet ihr auf meinen Indien Blog!

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